HANS STEINKE - "God is where you are most insecure."

Reports and messages from participants at a meeting with "Hans and friends" in Leipzig (germany) at 2007.

Author: Hans Steinke
"A little book about the greatness of everyday life."

Berichte und Mitteilungen von Teilnehmern aus der Inneren Arbeit im ‘The Sat.Zen – Mystery Prozess’.
cost 12,95 €

 

Auszug aus dem Nachwort von Hans Steinke zu seinem 2007 herausgegebenen Buch:

“Wer die Quelle kennt, geht nicht zum Wassereimer.”
Leonardo da Vinci

Erwachen ist nur der Anfang.

Vielleicht durchfährt es dieses körperliche System mit einem Strom von Glückseligkeit, mit tiefem Frieden oder wie es eventuell Bhudda widerfuhr, mit totaler Stille und vielleicht offenbart sich auch so die Quelle deiner Selbst in dir. Natürlich wird dann die wieder auftauchende Person, dieses Persönlichkeitsprogramm, versuchen daran festhalten. Doch das, was jenseits des denkenden Verstand wirklich ist, bist du als begrenzte Person nicht. Daran ist nichts falsch, doch das entscheidende ist: sich dessen nun bewusst zu sein. Mehr nicht.
Natürlich ist der spirituelle Weg nicht der normale Weg, aber das heißt nicht, dass du dann etwas Besonderes bist … und wer will das heutzutage schon?
Das Ego, die Persönlichkeit, die Person, das Denken, auf jeden Fall nicht!
Was nun?

Du musst in das Gewirr des Alltags zurück und dich im Leben engagieren! Ich selbst war über 15 Jahre meines Lebens fast ausschließlich in Indien und in dieser Zeit den wohl bedeutendsten Meistern des 20. Jahrhunderts begegnet. Doch zurückgekehrt nach Deutschland musste ich feststellen, dass mein wertvolles Erwachen mehr und mehr verblasste und ich ohne Vorwarnung wieder von meiner alten Geschichte überwältigt wurde.
Ich war geschockt.
Ich vernachlässigte meinen Körper, war gereizt und desorientiert und sorgte mich wieder um mein Geld und bangte um Beziehungen. Ich bekam mehr und mehr die Angst, alles Erfahrene und Gelernte wieder zu verlieren und erlebte mich schon bald darauf genauso wertlos und verzweifelt wie 20 Jahre zuvor.
Zurück im Alltag ging es wie immer ums nackte Überleben und nichts hatte sich scheinbar verändert. Ich verstrickte mich wieder in die alten Probleme. Mir entglitt die so gerühmte
Transformation vollkommen, bis ich völlig am Ende war und wirklich absolut gar nichts mehr verstand. Ich war verwirrt, panisch und depressiv.
Ein unendlich schmerzliches Alleinsein brach aus mir heraus. Ich stieß damals auf eine bemerkenswerte Grenze. Ich erlebte und erlitt, jetzt ohne spezielle spirituelle Inszenierung, ganz alltäglich die Begrenztheit des denkenden Verstandes. In sofern hatte der Bewusstseinssprung gewirkt. Am liebsten wäre ich sofort davongelaufen.

Aber das Leben rief mich gnadenlos in die Welt zurück. Diese schwierige, aber reale Phase, das weiß ich nun, ist unvermeidlich. Unumgänglich. Wirklich. Ich wurde zwar aus meiner sogenannten spirituellen Einbahnstrasse geworfen und zurück in den ganz normalen Alltag gestoßen, aber gerade dadurch bekam mein Leben zum ersten Mal einen wahrhaftigen Klang.

Ich begann zu lernen.
Ich lernte Verbindlichkeit und lernte, dass das ganz natürlich ist – und plötzlich begann ich die Idee der begrenzten Person oder Persönlichkeit zu durchschauen.
Verantwortlichkeit ist gefragt, erwachsen zu sein. Es ist an der Zeit, ganz für sich selbst zu stehen. Ganz. Es ist ein Abschied.

Diese Einsicht ist sicher nicht immer ein Zuckerschlecken und nicht einfach zu nehmen. Und das kommt hier in diesem Buch durch diese Menschen auch zum Ausdruck. Es ist die wachsende Einsicht, das Erwachen, Wachheit, sich bis in deine ganz alltäglichen Angelegenheiten ausdehnt. Denn es geht hier nur um dich als ein Bewusstsein, nicht um die gleiche Person die versucht das was geschehen ist, nun machen zu wollen.
In dieser Bewusstheit anwesend zu bleiben, ist die einzige Kraftprobe, die sich für mich im Alltag wirklich lohnt – und auch Buddha, da bin ich mir absolut sicher, blieb das nicht erspart. Warum auch!
Es ist eine Wendung nach Innen und das Sprungbrett dafür ist dein ganzes Herz. Dieser, im Grunde ganz einfachen empfindsamen Realität bin ich in meiner Arbeit mit Menschen oder als Herausgeber dieses Buches zutiefst verpflichtet.

Hans Steinke – 2007

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